Nippes ABC

S wie Sechzigviertel

Nach langer Pause gibt es endlich wieder einen Beitrag zum Nippes ABC. Dabei soll es heute um das Sechzigviertel gehen. Das Viertel liegt oft etwas im Schatten der „anderen Seite“ von Nippes.

Auf der „anderen Seite“ der Kempener Straße gelegen, liegt das Sechzigviertel „abseits“ des geschäftigen Zentrums unseres Veedels. Das heißt aber nicht, das dieser Teil von Nippes nicht auch schön und spannend wäre. Im Gegenteil! Dort findet man einige der schönsten Straßen und kann hinter jeden Ecke neue, interessante Gebäude entdecken. Wer also gerne auf architektonische und historische Entdeckungsreise geht, ist dort genau richtig. Das Viertel reicht von der Wagenhallenstraße im Norden bis zu den Schrebergärten und dem Lohsepark im Süden und von der Bahnstrecke im Westen bis zur Siebachstraße im Osten.

Plan des Sechzigviertels

Plan des Sechzigviertels (Quelle: wiki.archiv-koeln-nippes.de)

Geschichtlicher Rückblick

Als im Jahre 1862 das Eisenbahn-Ausbesserungswerks (EAW) gegründet wurde, bildete sich zunächst vor dem Haupttor im Süden des Werksgeländes eine wilde Ansiedlung. Diese Ansiedlung erhielt den Namen „Sechzig“. Gerüchte besagen, dass der Name von den sechzig Morgen Land stammt, welche die Rheinische Eisenbahngesellschaft vom damaligen Besitzer des Nippes-Hofs kaufte, um dort das geplante Werk zu errichten.

Im Sechzigviertel entstanden Kneipen, Läden und später auch Werkswohnungen. Ursprünglich hatte die Siedlung keine Verbindung zur Neusser Straße. Erst als diese angelegt wurde, wuchs sie langsam mit Nippes zusammen. 1883 erhielt die Siedlung ihre eigene Schule. 1907 wurde die eigene katholische Pfarrkirche (St. Jopseph) eingeweiht.

Das Sechzigviertel heute

Wer die Wurzeln des Viertels besuchen möchte, kann sich die alten Werkmeisterhäuser in der Sechzigstraße 46 – 72 ansehen.  Die einzeln stehenden Häuser sind eine Besonderheit in den sonst so durchgängigen Fassaden der Stadt. Besonders sehenswert sind auch die alten Häuser in der Hartwichstraße. Aber auch sonst gibt es im Sechzigviertel noch viele alte Häuser zu entdecken. Macht doch einfach mal Sonntags einen Spaziergang durch die alte Siedlung. Es gibt dort viel zu entdecken! Mir besonders angetan hat es auch die Zufahrt zum Kompressol Oelwerk. Die Stelle war mir persönlich schon mehrfach ein Foto wert:

Kompressol Oelwerk in Köln Nippes

Sein ursprünglich sehr eigenen Viertel-Charakter mit der Sechzigstraße als eigener Einkaufsstraße hat die Siedlung nach dem 2. Weltkrieg nach und nach verloren. Aber auch heute finden sich hier noch kleine verstreute Läden und Restaurants, wie z.B. das Fink Restaurant & Café. Auch an Kultur und Konzerten ist hier, z.B. mit der Kulturkirche Köln, einiges geboten. Die 1889 eingeweihte evangelische Kirche, ist aber auch sonst, sowohl von außen, als auch von innen sehr sehenswert.

Wusstet ihr schon … ?

… dass in der Sechzigstraße früher auch mal ein Brauhaus stand? In der Sechzigstraße 34 lag früher das „Sechzig-Brauhaus“. Es wechselte Anfang des 20. Jahrhunderts mehrfach den Besitzer, bevor es dann 1943 durch Bomben zerstört wurde.

… dass das Ladenlokal des Radlagers (Sechzigstr. 6) früher ein Kino war? Seit den 1920er Jahren war dort ein Lichtspielhaus untergebracht, das seinen Namen mehrfach wechselte und bis in die 1960er Jahre bestand.

Nippes von A bis Z

Hinweis: Sollte ich in diesem Beitrag etwas übersehen oder vergessen haben, freue ich mich natürlich über eure Ergänzungen und Infos in den Kommentaren!

Und ansonsten gilt: Ihr habt auch Fragen zu Nippes oder möchtet mehr über einen bestimmten Begriff oder Ort in Nippes erfahren? Meldet euch gerne bei mir und eure Themen landen im Nippes ABC.

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Daniela

Daniela

"Die Frau hinter Veedelsliebe." Ich wohne seit Oktober 2016 in Nippes und habe das Veedel vom ersten Moment an geliebt. Nun möchte ich diese Liebe an meine Leser weitergeben. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und Erkunden.

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W wie Wilhelmplatz

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K wie Kölscher Klüngel

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N wie Neusser Straße

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V wie Veedel

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